Bildungsblog

In unserem Bildungsblog bekommen Sie Informationen aus unserer Arbeit: Wir präsentieren Ihnen gut aufbereitet Fakten zu Bildung in Fürth. Wir stellen Ihnen besondere Angebote und Veranstaltungen vor. Wir beleuchten wichtige Themen und stellen Fragen. 

Viele Inseln, noch kein Netz - eine Bestandsaufnahme der BNE-Landschaft Fürths

Fürth hat engagierte Akteure, ambitionierte Einrichtungen und gute Ansätze. Die Frage ist: Wird das vorhandene Potenzial hinreichend ausgeschöpft?

Das Bildungsbüro und das Amt für Umwelt, Ordnung und Verbraucherschutz der Stadt Fürth haben erstmals eine umfassende Bestandsaufnahme zur Bildung für nachhaltige Entwicklung (BNE) in der Fürther Bildungslandschaft vorgelegt. Befragt wurden Kita-Leitungen, Schulleitungen, Lehrkräfte, Ganztagseinrichtungen sowie externe Bildungsanbieterinnen und -anbieter. Das Ergebnis ist ein differenziertes Bild – mit vielen Stärken und klarem Handlungsbedarf.

Engagiert, aber wenig vernetzt

Schulen, Kitas und externe Bildungsanbieter in Fürth setzen zahlreiche BNE-Aktivitäten um – von Schulgärten und Klimaprojekten bis hin zu Workshops im Stadtwald. Das Engagement ist da. Was fehlt, ist die strukturelle Verbindung: Viele Akteurinnen und Akteure arbeiten nebeneinander statt miteinander.

Sind Kooperationen institutionell verankert oder personengebunden?

Besonders deutlich zeigt sich: Keine einzige Kooperation ist vollständig institutionell abgesichert. Fast die Hälfte aller Kooperationen ist überwiegend oder vollständig personengebunden – das bedeutet, sie hängen an einzelnen engagierten Menschen. Fällt eine Person weg, erlischt oft auch die Zusammenarbeit.

Nicht alle Themen sind gleich vertreten

Die 17 UN-Nachhaltigkeitsziele wurden für die Befragung zu  acht Themenfelder zusammengefasst. Manche dieser Themenbereiche sind in Fürth bereits gut abgedeckt, andere kaum präsent – und das über alle Bildungsbereiche hinweg.

Ein genauerer Blick auf die Kooperationspraxis der Fürther Schulen zeigt ein deutliches Muster: Je näher ein Thema am Alltag liegt, desto häufiger findet Zusammenarbeit mit externen Partnern statt. Gesundheit & Ernährung sowie Konsum und Lebensstile werden von vielen Schulleitungen als häufige oder sehr häufige Kooperationsthemen genannt.

Je konkreter der Bezug zur städtischen Infrastruktur und Wirtschaft wird, desto seltener wird kooperiert. Bei Klimaschutz & Energie, Nachhaltige Wirtschaft & Arbeitswelt und Mobilität & Stadtentwicklung häufen sich die Antworten im Bereich „selten" oder „nie" – diese drei Themenfelder sind die einzigen, bei denen ein Teil der Schulleitungen externe Kooperationen vollständig verneint.

Häufigkeit externer Kooperationen an Schulen

Quelle: Schulleitungsbefragung, n=30.

 

Das ist kein Zufall und kein individuelles Versagen: In diesen Bereichen gibt es bislang weniger passende Angebote. Ob eine stärkere Nachfrage seitens der Schulen mehr Angebote hervorbringen würde – oder ob es umgekehrt erst sichtbarer Angebote bedarf, damit Schulen überhaupt kooperieren können – lässt sich mit der Befragung nicht beantworten. Vermutlich braucht es beides gleichzeitig.

Themenfelder Fürther BNE-Anbieterinnen und -anbieter

Quelle: Bildungsbüro, Befragung unter Anbietenden non-formaler Bildung (n=29).

 

Klimaschutz, Mobilität, nachhaltige Wirtschaft und Naturschutz sind in den Kooperationen deutlich unterrepräsentiert – obwohl gerade diese Themen für eine zukunftsfähige Stadtgesellschaft zentral sind. Umso wichtiger ist es, daran zu arbeiten, diese Lücken zu schließen.

Was jetzt gebraucht wird

Die Befragungen machen deutlich, wo die Hebel liegen. Die Akteure sind motiviert – was fehlt, sind verlässliche Strukturen in drei Bereichen:

Den vollständigen Bericht lesen

„Bildung für nachhaltige Entwicklung in Fürth – Einblicke, Bedarfe & Perspektiven für die Fürther Bildungslandschaft 2026" steht hier zum PDF-Download bereit.