Bildungsblog

In unserem Bildungsblog bekommen Sie Informationen aus unserer Arbeit: Wir präsentieren Ihnen gut aufbereitet Fakten zu Bildung in Fürth. Wir stellen Ihnen besondere Angebote und Veranstaltungen vor. Wir beleuchten wichtige Themen und stellen Fragen. 

Inklusion in Fürth - was wir wissen müssen

Fürth feiert Vielfalt – und das nicht nur beim Festival im Frühjahr, sondern auch im Alltag. Doch wie inklusiv ist unsere Stadt wirklich? Was wissen wir über soziale Ungleichheiten, Barrieren im Bildungssystem oder altersgerechte Teilhabe?
In unserem Bildungsblog haben wir alles zusammengestellt, was sie über Inklusion in Fürth wissen müssen – kurz, verständlich und mit Grafiken und Karten zu Quartieren, Altersgruppen, inklusiver Beschulung und integrativen Bildungseinrichtungen.
Die Daten zeigen: Es gibt viel Engagement, aber auch strukturelle Unterschiede, die Teilhabe erschweren. In manchen Stadtteilen lebt etwa jedes vierte Kind in einem Haushalt mit Grundsicherung, und Kinder mit Migrationsgeschichte sind überdurchschnittlich oft von Benachteiligung betroffen. Gleichzeitig wächst der Anteil alter Menschen – auch das verändert die Anforderungen an Bildung.Auch die Rückmeldungen aus dem Festival „Fürth feiert Vielfalt“ machen deutlich: Das Bewusstsein für das Thema wächst, aber es fehlt oft an konkreten Informationen, um gezielt handeln zu können und um große und wichtige Fragen beantworten zu können: Wie können wir gemeinsam sicherstellen, dass niemand zurückgelassen wird? Welche konkreten Schritte sind notwendig, um Inklusion in Fürth weiter zu fördern? Wir können wir eine Stadt für alle gestalten? Genau hier setzt unser Beitrag "Inklusion - was wir wissen müssen" an – als datenbasierter Kompass für Ihre eigene Sicht, aber auch, um informiert mitreden zu können und Fakten von Fehlinformationen unterscheiden zu können.

 

 


Inklusion ist mehr als ein pädagogisches Prinzip oder eine rechtliche Vorgabe – sie ist ein gesellschaftliches Versprechen. Dieses Versprechen einzulösen bedeutet, systematisch Barrieren abzubauen und allen Menschen – unabhängig von Alter, Herkunft, Behinderung oder sozialem Status – gleichberechtigte Teilhabe zu ermöglichen. In der Realität zeigt sich jedoch: Teilhabechancen sind ungleich verteilt. Besonders ältere Menschen, Personen mit Migrationsgeschichte, Menschen mit Behinderungen oder Bezieher\*innen von Transferleistungen sind in vielfacher Hinsicht strukturellen Nachteilen ausgesetzt.

Im Folgenden sollen inklusionsrelevante Kennzahlen in den Blick genommen werden, um Inklusion in Fürth empirisch zu fundieren – weit gefasst und intersektional verstanden. Ziel ist es, gesellschaftliche Teilhabe nicht nur normativ zu fordern, sondern anhand konkreter Daten ein Bild davon zu zeichnen, an welchen Stellen im Bereich Inklusion in Fürth Handlungsbedarfe bestehen.

Um auf den Stand der Inklusion in Fürth aufmerksam zu machen und um Bedarfe aufzuzeigen, hat vom 26. April bis zum 11. Mai 2025 das Festival *Fürth feiert Vielfalt* stattgefunden. Über 70 Bildungs- und Kultureinrichtungen, Vereine, Verbände, Firmen und Einzelpersonen gaben Antworten auf die Frage, in welcher Welt wir eigentlich leben wollen, und feierten die gelebte Vielfalt in Fürth. Gemeinsam traten sie ein für eine inklusive Stadt.

Rückmeldungen zum Festival Fürth feiert Vielfalt

Quelle: Befragung des Bildungsbüros im Nachgang des Festivals unter Anbietenden

Aus Sicht der Anbietenden war das Festival ein Erfolg. Mit großer Mehrheit sprachen sie sich für eine Wiederholung des Festivals aus, zumal es bei den meisten Veranstaltungen gelungen war, Personen über die gewöhnliche Zielgruppe des Anbietenden hinaus anzusprechen.

Das Festival als Weg, Inklusion in der Gesellschaft zu verankern

Quelle: Befragung des Bildungsbüros im Nachgang des Festivals unter Anbietenden

Mehrheitlich gehen die Teilnehmenden auch davon aus, dass das Festival dazu beiträgt, das Thema Inklusion stärker in der Gesellschaft zu verankern.

Erkenntnisse aus dem Festival

Quelle: Befragung des Bildungsbüros im Nachgang des Festivals unter Anbietenden und Diskussion der Ergebnisse im AK Inklusion im Mai 2025

Die Rückmeldungen der Teilnehmenden und die anschließende Diskussion der Rückmeldungen im AK Inklusion machen deutlich, dass es sowohl für das Festival als auch für die Inklusion in der Stadt Fürth noch einige offene Baustellen gibt. 

Entwicklung der Zahl der Menschen ab 65 Jahren in Fürth, 2008-2022

Quelle: Amt für Stadtforschung und Statistik für Nürnberg und Fürth; eigene Berechnung

Unsere Gesellschaft wird spürbar älter – das zeigen die Zahlen deutlich: Zwischen 2008 und 2022 hat sich die Zahl der über 90-Jährigen in Fürth um über 60% erhöht, auch die Altersgruppen ab 80 Jahren sind stark gewachsen. Dieser demografische Wandel ist mehr als eine statistische Randnotiz – er stellt uns vor konkrete gesellschaftliche Herausforderungen. Denn mit steigendem Alter nehmen oft körperliche Einschränkungen, Pflegebedarfe und das Risiko sozialer Isolation zu. Inklusion bedeutet in diesem Zusammenhang, dafür zu sorgen, dass ältere Menschen weiterhin aktiv am gesellschaftlichen Leben teilhaben können – ob im öffentlichen Raum, in der digitalen Welt oder im Gesundheitswesen.

Gerade hochaltrige Menschen stoßen hier auf vielfältige Barrieren: Nicht barrierefreie Infrastruktur, mangelnde digitale Kenntnisse oder fehlende soziale Netzwerke können schnell zu Ausschluss führen. Umso wichtiger ist es, Inklusion nicht nur im Kontext von Schule oder Arbeitsmarkt zu denken, sondern auch generationengerecht. Eine inklusive Gesellschaft erkennt an, dass Alter kein Randthema ist – sondern mitten ins Zentrum unserer gesellschaftlichen Zukunft gehört.

Bevölkerung nach Migrationshintergrund in Fürth im Zeitverlauf

Quelle: Amt für Stadtforschung und Statistik für Nürnberg und Fürth; eigene Berechnung

Die Bevölkerungsstruktur in Fürth hat sich in den vergangenen Jahren spürbar verändert. Die Stadt ist vielfältiger geworden – Menschen mit Migrationsgeschichte prägen das soziale Leben immer stärker, sei es als deutsche Bürger*innen mit Migrationshintergrund oder als ausländische Mitbürger*innen aus EU- und Nicht-EU-Staaten. Diese Entwicklung stellt die kommunale Gemeinschaft vor neue Aufgaben: Teilhabe muss dort ermöglicht werden, wo bisher noch Hürden bestehen – sei es im Zugang zu Bildung, bei der Arbeitssuche, im Gesundheitswesen oder in der Repräsentation in politischen Gremien.

Inklusion bedeutet in diesem Kontext, die Unterschiedlichkeit der Lebensrealitäten anzuerkennen und gleichwertige Chancen für alle zu schaffen. Für eine Stadt wie Fürth heißt das: Sprachbarrieren abbauen, Diskriminierung aktiv entgegenwirken und Angebote schaffen, die kulturelle Vielfalt als Stärke begreifen. Es geht nicht allein um das Nebeneinander unterschiedlicher Gruppen, sondern darum, Wege zu finden, wie Zusammenleben für alle gut gelingen kann.

Anteil der Kinder und Jugendlichen unter 15 Jahren in SGB II-Bedarfsgemeinschaften nach Fürther Bezirken

Quelle: Amt für Stadtforschung und Statistik für Nürnberg und Fürth, Stichtag 31.12.2022; eigene Berechnung

Die soziale Lage von Kindern und Jugendlichen unterscheidet sich in Fürth je nach Stadtteil teils erheblich. Ein Blick auf die SGB II-Quoten zeigt: In einigen Quartieren lebt jedes vierte Kind unter 15 Jahren in einem Haushalt, der auf Grundsicherung angewiesen ist. Besonders betroffen sind dabei Innenstadtbereiche wie Altstadt oder die Stadtgrenze, wo die Quoten bei 25 bis 30% bzw. 15 bis 20% liegen. Dagegen sind die Quoten in nördlichen und ländlicher geprägten Stadtteilen wie Vach mit unter 5% deutlich niedriger.

Diese Unterschiede machen deutlich, dass soziale Teilhabechancen in Fürth nicht gleich verteilt sind. Inklusion bedeutet hier, besonders auf Kinder und Jugendliche in belasteten Stadtteilen zu schauen – etwa durch gute Bildungsangebote, niedrigschwellige Unterstützung für Familien oder sichere Freizeit- und Begegnungsräume. Kein Kind sollte aufgrund seines Wohnorts geringere Zukunftschancen haben. Eine inklusive Stadtentwicklung erkennt diese Ungleichheiten an – und versucht, sie aktiv auszugleichen.

Anteil der SGB II-Bedarfsgemeinschaften mit Kindern an allen Familienhaushalten in Fürth nach Familientyp und Anzahl der Kinder

Quelle: Amt für Stadtforschung und Statistik für Nürnberg und Fürth, Stichtag 31.12.2022; eigene Berechnung

Armutsrisiken in Fürth hängen eng mit der Familiensituation zusammen. Besonders deutlich wird das bei Alleinerziehenden: Je mehr Kinder im Haushalt leben, desto höher ist die Wahrscheinlichkeit, auf Leistungen nach SGB II angewiesen zu sein. Während bereits über ein Viertel der Ein-Eltern-Haushalte mit einem Kind betroffen ist, liegt die Quote bei Alleinerziehenden mit vier oder mehr Kindern bei über 70 %. Auch Paarfamilien sind bei zunehmender Kinderzahl stärker gefährdet – doch das Niveau bleibt deutlich niedriger als bei Alleinerziehenden.

Diese Zahlen verdeutlichen: Inklusion bedeutet auch, familienpolitische Unterstützung dort zu verstärken, wo die Herausforderungen am größten sind. Alleinerziehende tragen oft eine doppelte Last – finanziell wie organisatorisch. Eine gerechte Stadtgesellschaft erkennt das an und entwickelt gezielte Hilfen, etwa durch flexible Betreuungsangebote, passgenaue Bildungszugänge oder finanzielle Entlastungen. Nur so kann echte Teilhabe für alle Familienformen gelingen.

Anteil der Menschen mit Behinderung nach Altersgruppen in Fürth

Quelle: Zentrum Bayern Familie und Soziales, Amt für Stadtforschung und Statistik für Nürnberg und Fürth, Stichtag 31.12.2022; eigene Berechnung

Behinderungen – besonders schwere – sind keine Randerscheinung, sondern betreffen viele Menschen in ganz unterschiedlichen Lebensphasen. Inklusion heißt, diese Vielfalt anzuerkennen und Barrieren konsequent abzubauen, damit alle Menschen gleichberechtigt und selbstbestimmt am gesellschaftlichen Leben teilhaben können. Es geht darum, Räume, Angebote und Unterstützung so zu gestalten, dass niemand wegen körperlicher Einschränkungen ausgeschlossen wird.

Gleichzeitig steigt das Risiko, im Laufe des Lebens eine schwere Behinderung zu entwickeln, mit zunehmendem Alter deutlich an. Auch der Anteil der Menschen mit leichteren Einschränkungen nimmt im hohen Alter stark zu, da altersbedingte Beschwerden wie Arthrose, Seh- oder Hörverlust häufig die Teilhabe erschweren. Deshalb muss Inklusion generationenübergreifend gedacht werden – von der frühkindlichen Förderung bis zur barrierefreien Unterstützung im Alter. Nur so schaffen wir eine Gesellschaft, in der alle Menschen unabhängig von Alter und Einschränkungen gleiche Chancen und Würde erfahren.

Entwicklung der Anzahl der Menschen mit Behinderung in der Stadt Fürth

Quelle: Zentrum Bayern Familie und Soziales; eigene Berechnung

Behinderungen treten in unterschiedlichen Lebensphasen ganz verschieden auf und stellen uns vor vielfältige Herausforderungen. Junge Menschen sind oft von geistigen und psychischen Beeinträchtigungen betroffen, während im mittleren Alter körperliche und psychische Einschränkungen stärker in den Vordergrund rücken. Im höheren Alter dominieren vor allem körperliche Erkrankungen wie Probleme mit dem Bewegungsapparat oder den inneren Organen, die den Alltag massiv erschweren können.

Für eine inklusive Gesellschaft bedeutet das: Wir brauchen flexible, altersgerechte Unterstützungsangebote, die den unterschiedlichen Bedarfen gerecht werden. Es reicht nicht, Inklusion auf einzelne Lebensbereiche oder Altersgruppen zu beschränken – wir müssen sicherstellen, dass Menschen in jeder Phase ihres Lebens die nötige Hilfe und Barrierefreiheit erhalten. Nur so kann jede*r selbstbestimmt und gleichberechtigt am Leben teilhaben, unabhängig von der Art oder dem Zeitpunkt einer Behinderung. Inklusion heißt, Vielfalt anzuerkennen und Strukturen zu schaffen, die niemanden zurücklassen.
 

Wahrscheinlichkeit des Krippenbesuchs nach ausgewählten Merkmalen in Fürth

Quelle: Stadt Fürth, Bildungsbüro, Befragung zur Schuleingangsuntersuchung (Einschulung 09/2025)

Frühe Bildung ist der Schlüssel zu gesellschaftlicher Teilhabe – doch der Zugang dazu hängt noch immer stark von Sprache, Bildung und der Integration der Eltern in den Arbeitsmarkt ab. Kinder aus Haushalten, in denen nur Deutsch gesprochen wird, finden offenkundig leichter den Weg in Betreuungseinrichtungen als Kinder aus mehr- oder anderssprachigen Familien. So könnten sprachliche Hürden dazu führen, dass Informationen zu Betreuungsmöglichkeiten nicht wahrgenommen werden und die Wichtigkeit einer frühkindlichen Betreuung - gerade für den Spracherwerb - dramatisch unterschätzt wird.

Gleichzeitig zeigt sich, dass auch die Bildung der Mutter und ihre Berufstätigkeit eng mit dem Krippenbesuch verknüpft sind. Familien mit höherer Bildung und stabiler Arbeitsmarktintegration verfügen eher über die Ressourcen und Netzwerke, um Betreuungsangebote zu nutzen. Umgekehrt erschweren fehlende Qualifikationen und Arbeitslosigkeit den Zugang – was nicht nur die frühkindliche Förderung, sondern auch die langfristige soziale Teilhabe beeinträchtigt.

Für echte Inklusion müssen wir diese Verknüpfungen erkennen und abbauen: Niedrigschwellige und mehrsprachige Angebote ausbauen und Familien unabhängig von Bildungs- und Arbeitsmarkthintergrund stärken. Nur so gelingt es, allen Kindern gleichberechtigte Chancen zu ermöglichen und gesellschaftliche Teilhabe von Anfang an inklusiv zu gestalten.

Anteil integrativer Kitas nach Trägerschaft im Städtevergleich

Quelle: Statistische Ämter des Bundes und der Länder; eigene Berechnung

Inklusion beginnt früh – in Kitas wird der Grundstein für eine inklusive Gesellschaft gelegt. Bei den öffentlichen Trägern liegt Fürth mit dem Anteil integrativer Plätze auf einem höherem Niveau als viele andere bayerische Städte, was zeigt, dass hier schon gute Ansätze bestehen. Anders sieht es jedoch bei den freien Trägern aus: Dort ist der Anteil integrativer Plätze in Fürth deutlich niedriger als in anderen großen Städten. Das bedeutet, dass gerade bei den freien Einrichtungen noch viel Potenzial für mehr Inklusion und Teilhabe besteht.

Dieser Unterschied macht deutlich, dass Inklusion nicht nur Aufgabe einzelner Träger ist, sondern einer gemeinsamen Kraftanstrengung bedarf. Um allen Kindern eine gleichberechtigte Teilhabe zu ermöglichen, müssen die freien Träger in Fürth stärker unterstützt und gefördert werden. Nur so kann eine inklusive Kita-Landschaft wachsen, in der Vielfalt selbstverständlich ist und jedes Kind die Chance bekommt, sich bestmöglich zu entfalten.

Ergebnisse der Schuleingangsuntersuchung in Fürth im Zeitverlauf

Quelle: Stadt Fürth, Jugendärztlicher Dienst; eigene Berechnung

Die Ergebnisse der Schuleingangsuntersuchungen in Fürth zeichnen ein deutliches Bild: Der Anteil sprachlicher Auffälligkeiten ist in den letzten Jahren stark angestiegen – von knapp 6 % im Jahr 2018 auf 39 % im Jahr 2025. Diese Entwicklung wirft grundlegende Fragen nach den Voraussetzungen für Teilhabe und Bildungszugänge auf. Denn Sprache ist der Schlüssel zu sozialer Integration, Bildungserfolg und Selbstwirksamkeit. Wenn so viele Kinder mit sprachlichen Herausforderungen in die Schule starten, ist das nicht nur ein medizinisches oder pädagogisches Signal, sondern auch ein inklusionspolitisches Alarmzeichen.

Auch motorische Auffälligkeiten und das Thema Adipositas zeigen Schwankungen, die auf veränderte Lebensrealitäten hinweisen – etwa eingeschränkte Bewegungsräume, mangelnden Zugang zu Gesundheitsförderung oder soziale Ungleichheit. Diese Faktoren wirken sich nicht isoliert aus, sondern verstärken bestehende Barrieren für Teilhabe. Eine inklusive Bildungslandschaft muss deshalb frühzeitig ansetzen: durch zugängliche, ganzheitliche Förderangebote, niedrigschwellige Gesundheitsprävention und eine enge Verzahnung von Kita, Schule, Gesundheitssystem und sozialen Diensten. Nur so kann verhindert werden, dass Unterschiede beim Schulstart zu dauerhaften Ungleichheiten werden.

Inklusiv beschulte Schüler*innen an Fürther Regelschulen nach Förderschwerpunkten

Quelle: Amt für Stadtforschung und Statistik für Nürnberg und Fürth; eigene Berechnung

Die Zahl der inklusiv beschulten Schüler*innen mit dem Förderschwerpunkt „Emotionale und soziale Entwicklung“ ist über die Jahre deutlich angestiegen – von 22 im Schuljahr 2013/14 auf 69 im Schuljahr 2022/23. Dieser kontinuierliche Zuwachs macht sichtbar, dass sich der Bedarf an Unterstützung in diesem Bereich erheblich ausgeweitet hat. Damit wächst der Druck auf Regelschulen, geeignete Rahmenbedingungen für Kinder mit herausfordernden Verhaltensweisen oder psychosozialen Belastungen zu schaffen – etwa durch multiprofessionelle Teams, Fortbildungen im Bereich Beziehungsarbeit und eine stärker sozialpädagogisch orientierte Schulkultur.

Ein solcher Anstieg ist ein ernstzunehmender Indikator für gesellschaftliche Veränderungen, auf die Schule nicht nur reagieren, sondern proaktiv gestaltend antworten muss. Für gelingende Inklusion bedeutet das: mehr als individuelle Förderung – es braucht eine schulische Umgebung, die Stabilität, Sicherheit und soziale Teilhabe ermöglicht, gerade auch für Kinder, die mit sozialen und emotionalen Belastungen ins Bildungssystem eintreten.